PROJEKTE

Exemplarische Einblicke in die qualitative Arbeit

Forschungsprojekt „Concepts of Democracy in Rural Kenya“

Die Studie “Concepts of Democracy in Rural Kenya” hinterfragt das vorherrschende Narrativ unüberwindbarer Korruption und daraus resultierender politischer Hoffnungslosigkeit im ländlichen Kenia. Dazu wurden exemplarisch die Erfahrungen und das subjektive Erleben von Wählerinnen und Wählern des Wahlkreises Marafa Ward, Kilifi County während des Wahlkampfes zu den General Elections 2017, dem Wahlprozess im August 2017 und den ersten 18 Monaten nach der Wahl analysiert. Subjektive Glaubenssätze hinsichtlich Politik und die sozialen Rollen und Strukturen in der untersuchten Community als entscheidende Faktoren für eine politische Veränderung im Sinne demokratischer Partizipation bildeten den Fokus der Untersuchung, die für die lokale Grassroots-Initiative „Peace from the Soil“ und die Konrad Adenauer Stiftung, Nairobi durchgeführt wurde.

Die Ergebnisse dieser Studie sollen als Grundlage für die weiteren Aktivitäten der Bürgerinitiative und damit im Zusammenhang stehende Entscheidungen (z.B. die Entwicklung eines Civic Education Programmes) dienen: Welche Kommunikationskanäle können genutzt werden, wie sind Zielgruppen zu adressieren, welche inneren Überzeugungen und Rollen sind dabei zu berücksichtigen, mit welcher Form der Unterstützung ist vonseiten der Community und der lokalen Administration zu rechnen?

Zum Artikel: https://www.esomarfoundation.org/concepts-of-democracy-in-rural-kenya/

Zum Forschungsbericht: Concepts of Democracy in Rural Kenya

  • Action Research

Forschungsprojekt „Geflüchtete Menschen in Deutschland“

Warum verließen die in den letzten Jahren nach Deutschland gekommenen Geflüchteten ihre Heimat, welche Erfahrungen haben sie auf der Flucht gemacht und warum haben sie Deutschland als Zielland ausgewählt? Was bringen sie im Hinblick auf Bildung, Ausbildung und andere Fähigkeiten mit? Welche Einstellungen, Werte und Vorstellungen von einem Leben in Deutschland haben sie? Welche Voraussetzungen für eine Integration in Arbeitsmarkt, Bildungssystem und Gesellschaft bringen sie mit und auf welche Hürden treffen sie?

Die vorliegende Studie bietet erste Antworten auf diese Fragen. In einer breit angelegten Untersuchung, die das IAB gemeinsam mit dem Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ) und dem Sozio-oekonomischen Panel (SOEP) am DIW Berlin über geflüchtete Menschen in Deutschland durchführt, hat das Münchner Sozialforschungsinstitut QMR – Qualitative Mind Research 123 Geflüchtete in Deutschland und 26 Experten aus der Flüchtlingsarbeit in eineinhalb- bis zweistündigen qualitative Interviews zu diesen Themen befragt.

Zum IAB Forschungsbericht: Geflüchtete Menschen in Deutschland – eine qualitative Befragung

Zum IAB Kurzbericht: Geflüchtete Menschen in Deutschland – Warum sie kommen, was sie mitbringen und welche Erfahrungen sie machen

  • Geflüchtete Menschen in Deutschland
  • Kurzbericht IAB_QMR_Geflüchtete Menschen in Deutschland_Titel_02
  • Geflüchtete Menschen in Deutschland

Fernseh-Reportage: EXAKT – Die Story – MDR Fernsehen

„Wie geht´s? – Ein Land vor der Wahl“

Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird den Wahlforschern über die Schulter geschaut bei der Befragung von Wählern und Nichtwählern: Was sind deren Nöte und Wünsche?

Nominiert zum Medienpreis Politik 2016 des Deutschen Bundestages

Die im Fernsehprogramm des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) am 17. Februar 2016 ausgestrahlte einstündige Reportage trägt den Titel „Wie geht’s? – Ein Land vor der Wahl“ und geht der Frage nach, wie „Sachsen-Anhalt tickt“ und was das für die Regierungsbildung im Land bedeuten würde. Nadja Storz und Julian Kanth wurden mit ihrem „Exakt – Die Story“-Film zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 13. März 2016 für den Medienpreis Politik des Deutschen Bundestages nominiert und kamen in die engere Wahl der Jury.

Das Reporterteam hatte Bürger einen Monat lang in ihrem Alltagsleben begleitet. Hinzu kam, dass die beiden Autoren fiktive Bürgeranfragen per Mail an Landtagskandidaten schickten, um zu testen, wie schnell und fundiert diese antworten. Nur jeder fünfte Landtagsabgeordnete habe auf die Mailanfragen des jungen Autorenduos reagiert. „Es gelingt Ihnen, dem Volk aufs Maul zu schauen“, urteilte Jury-Mitglied Claudia Nothelle.

Wir freuen uns, dass wir als Wahlforscher – gemeinsam mit infratest dimap – dieses Projekt durch die in der Reportage dokumentierte Wählerbefragung und Analyse unterstützen durften!

Zur Reportage: Ein Land vor der Wahl

  • EXAKT – Ein Land vor der Wahl
  • EXAKT – Ein Land vor der Wahl
  • EXAKT – Ein Land vor der Wahl
  • EXAKT – Ein Land vor der Wahl

Studien-Report:

Einführung und Auswirkungen des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland – Eine qualitative Studie im Auftrag des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)

Im Auftrag des Sozio-oekonomischen Panels am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung wurden im Rahmen dieser qualitativen Studie die mit der Einführung des Mindestlohns in Deutschland im Jahr 2015 im unmittelbaren Zusammenhang erlebten Auswirkungen untersucht. Hierfür wurden im Rahmen von Fokusgruppen insgesamt 31 Personen aus dem Niedriglohnsektor in 3 Regionen Deutschlands befragt.

Grundsätzlich schätzt das Gros der Befragten die Einführung des Mindestlohns als geeignetes Instrument ein, um mehr soziale Gerechtigkeit in der deutschen Gesellschaft zu erwirken. Es wird als „ein erster Schritt in die richtige Richtung“ gewertet, durch den ein gewisses Maß an Wertschätzung den Menschen im Niedriglohnsektor signalisiert werde. „Echte“ monetäre Auswirkungen werden als (noch) zu gering eingeschätzt.

Als negativ vermutete Auswirkungen wurden Preissteigerungen, Zunahme von Schwarzarbeit, systematische Verlängerung von Langzeitarbeitslosigkeit und Schließung kleinerer Betriebe von den Diskussionsteilnehmern benannt.

Zudem führten Praktiken, mittels derer Arbeitgeber das Mindestlohn-Gesetz auszuhebeln versuchten, oftmals zur Verschlechterung der Arbeitnehmer-Situation.  Striktere Kontrollen und eine finanzielle und personelle Aufstockung der Kontrollinstanzen zur Bekämpfung der im Bericht genauer beschriebenen Aushebelungspraktiken wurden von den Befragten explizit gefordert.

Das Faktenwissen über das Mindestlohngesetz, zukünftige Anpassungsplanungen und Ausnahmeregelungen stellt sich in der untersuchten Zielgruppe als sehr bruchstückhaft und vage dar. Für eine höhere Akzeptanz der politischen Maßnahme „Mindestlohn“ in der Bevölkerung scheint eine verstärkte und fokussierte Kommunikation absolut erforderlich.

Link zum Bericht: SOEP Survey Papers